Drei Wochen im Baltikum
Kurische Nehrung

Drei Wochen im Baltikum

Bereits mehrere Jahre spielten wir mit dem Gedanken, die baltischen Staaten kennen lernen zu wollen. Freunde und Bekannte hatten uns bereits von vielen interessanten Erlebnissen auf ihren Reisen durch das Baltikum berichtet. Vermutlich unberechtigte Ressentiments gegenüber einer Reise auf das Territorium der ehemaligen Sowjetunion hielten uns jedoch bisher davon ab. Doch nun sollte es soweit sein, mit zwei Wohnmobilen machten wir uns auf den Weg in das Baltikum. Ursprünglich hatten wir den Plan, die Anreise per Fähre von Kiel nach Klaipeda zu vollziehen, doch da wir stets zu kurzfristig planen, waren die Fähren zu unserem Reisezeitpunkt bereits ausgebucht. Also blieb uns für die Anreise nur der Landweg. Da unser Reiseziel das Baltikum war, wollten wir Polen rasch durchqueren. Unseren ersten Zwischenstopp hatten wir uns in der Nähe von Warschau vorgenommen. Mit Hilfe unserer App „park4night“ fanden wir einen Campingplatz, der zu einem Bauernhof gehörte und an einem kleinen See lag. (52° 34′ 49.6614″ N, 21° 4′ 5.6611″ E)

Unser erstes Ziel im Baltikum sollte die Kurische Nehrung sein.  Auf dem Weg dorthin legten wir noch zwei Zwischenstopps ein. Zunächst führte uns der Weg über die Stadt Elk am Rande der Masuren ( Camping No. 62, 53° 48′ 58.9876″ N, 22° 21′ 13.1984″ E) und …

… im Anschluss daran über die Memel hinein nach Litauen.

Entlang des Flusslaufes ging die Reise weiter bis in das Memel-Delta auf einen sehr schönen, kleinen und einsamen Campingplatz. (55°19’07.7″N 21°23’17.5″E)

 

Nachdem wir auf diesem malerischen Zeltplatz einen schönen Abend verbrachten, schauten wir uns am nächsten Tag das in der Nähe gelegene Dorf Rusne, welches mitten im Memeldelta lag, an. Auf dem Kirchhof fand sich eine Tafel mit deutscher Inschrift.

Danach fuhren wir nach Klaipeda und setzten mit der Fähre auf die Kurische Nehrung über.

Die wohl beste Gelegenheit dort im Wohnmobil zu übernachten ist der Campingplatz in Nida. (55°17’55.9″N 20°58’57.3″E) Schon auf der Fahrt dorthin bekamen wir einen Eindruck von der besonderen Dünenlandschaft. In unmittelbarer Nähe des Campingplatzes schauten wir uns die Parnidis-Düne auf einem kurzen Spaziergang an. Zu diesem Zeitpunkt fand dort für eine Reisegruppe eine Darbietung einer Theatergruppe statt.

 

Am Folgetag unternahmen wir eine Radtour zur großen Wanderdüne bei Pervalka. (55°26’26.7″N 21°05’13.0″E). Diese ist ein touristischer Anziehungspunkt auch vieler Tagestouristen. Um sich diese Naturbesonderheit anschauen zu können, zahlt man einen entsprechenden Eintritt. Dies fanden wir durchaus angemessen, da es eines hohen Aufwandes bedarf, diese eindrucksvolle Landschaft touristisch zu erschließen, ohne sie zu gefährden.

Auf der Rücktour schauten wir uns in Nida noch das Sommerhaus von Thomas Mann an, welches er von 1930 bis 1932 nutzte. Wer ihn bisher nur von seinen Büchern kennt, erfährt in dem liebevoll eingerichteten Museum viel Persönliches über ihn und seine Familie.

Im Gegensatz zu den Touristen, die sich intensiver als wir auf ihre Reisen vorbereiten wurde uns erst auf diesem Ausflug klar, dass das Kurische Haff, was eigentlich aussieht wie ein Teil des Meeres, voller Süßwasser ist, welches aus der Memel stammt. Und nicht nur das ist einer der Unterschiede zu der nur 500 m entfernt liegenden Ostsee. Auch die Windverhältnisse und der Wellengang sind auf der Meerseite der Nehrung deutlich intensiver. Achtet darauf, wenn Ihr unseren Pfaden einmal folgt.

Unser nächstes großes Ziel war Riga und so machten wir uns wieder auf den Weg zunächst nach Klaipeda. Ein kleines Problem mit der Toilettenkassette des Wohnmobiles, bei dem wir jedoch professionelle Hilfe brauchten, konnten wir leider in Klaipeda nicht klären. Eine im Internet angegebene Servicestation, gab es bereits zwei Jahre nicht mehr. Sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, die sehr gut Englisch sprachen und stolz waren uns mit einigen deutschen Sprachkenntnissen zu erfreuen, machten uns Hoffnung, in Riga Hilfe zu finden. In den baltischen Staaten gäbe es noch nicht so viele Wohnmobiltouristen, dass Servicestationen ihr Auskommen hätten. Für den Weg nach Riga entschlossen wir uns die Route über Siauliai zu nehmen, um uns dort den Berg der Kreuze (56° 0′ 55.19″ N, 23° 24′ 59.62″ E) anzuschauen. Zunächst war uns die Bedeutung dieses Ortes nicht bewusst, wir dachten lediglich, das sei halt eine touristische Besonderheit, die man auf einer Baltikum-Reise eben gesehen haben muss. Da wir solche Besichtigungen aber dann doch nie ganz unvorbereitet unternehmen, wurde uns klar, dass der Berg der Kreuze unabhängig von seiner ursprünglichen Bedeutung im Verlauf zu einem Symbol des Widerstandes der Bevölkerung gegen die kommunistische Herrschaft und somit für die Freiheit geworden war.

Am Abend erreichten wir Riga und fanden einen Platz auf dem Riverside Camping (56°57’56.9″N 24°04’49.4″E).

Nachdem wir uns etwas eingerichtet hatten, blieb Zeit, in einer Bar die tolle Silouette bei Nacht zu genießen.

Bald geht es weiter!

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